|
Neuss-Grevenbroicher Zeitung vom 13.03.1997
|
|
Chor der KHG Düsseldorf und Neusser Kammerorchester in St. Josef
|
|
Ein abwechslungsreiches Programm mit Leistungen auf hohem Niveau
|
|
Nordstadt. Zu seinem 125jährigen Bestehen gab der Chor der Katholischen Hochschulgemeinde Düsseldorf am Sonntag in St. Josef zusammen mit dem Neusser Kammerorchester ein Konzert mit Werken unterschiedlichster Epochen.
|
|
Der Nachmittag begann mit zwei Kompositionen von Johann Sebastian Bach. Der festliche Charakter des Kanons in der höchst anspruchsvollen "Fuga ricoreata" aus dem Musikalischen Opfer wurde gut beibehalten. Auch während der anderen Werke für Chor und Orchester überzeugten die Musiker durch gutes Zusammenspiel. Die sechsstimmige Fuge wurde unter der Leitung von Guido Harzen in einem relativ langsamen Tempo vorgetragen und erhielt durch den gezielt weichen Klang der Streicher einen angenehmen Charakter.
|
|
Als nächstes stand die Motette "Jubilate Deo" von Lassus auf dem Programm. Auch hier überzeugte der Chor durch rhythmische Sicherheit und klangliche Differenzierung. Es folgten zwei Kompositionen - ein Früh- und ein Spätwerk - von Wolfgang Amadeus Mozart. Das frühe Divertimento in F-Dur, KV 136 ist ein Werk voller Unbekümmertheit und jugendlicher Frische. Einem heiteren Allegrosatz folgt ein lieblich-anmutendes Andante. Das Werk schließt mit einem spritzigen Rondo. Unter der Leitung des sicher wirkenden Dirigenten gelang dem Orchester die Darbietung sehr gut.
|
|
Im "Ave verum corpus", einem Werk aus Mozarts letztem Lebensjahr sind bereits romantische Züge zu erkennen. Auch dieses Stück wurde sowohl vom Chor als auch von den Instrumentalisten sehr gut vorgetragen. Das nun folgende Werk "Surréalité" stammt von dem Schweizer Jean-Fréderic Perrenoud. Seine Musik erinnert ein wenig an amerikanische Komponisten wie Samuel Barber oder Howard Hanson. Das einsätzige Werk ist von klanglicher Intensität und differenzierter Rhythmik geprägt. Dies gilt auch für die beiden Chorkantaten von Mendelssohn. Im Concerto grosso b-moll von Händel überzeugte sowohl das Orchester durch gute Intonation des barocken Klanges als auch der Soloviolinist (1. Geige), der einen guten Strich aufweisen konnte.
|
|
Als letztes stand das "Cantique de Jean Racine" op. 11 von Gabriel Fauré auf dem Programm. Die Orchestrierung für Streicher stammt vom Dirigenten selbst. Alles in allem hatte das Konzert ein hohes Niveau. Sowohl der Chor als auch das Orchester überzeugten durch hervorragendes Zusammenspiel und spielerische und gesangliche Sicherheit. Der Dirigent konnte aufgrund des sehr abwechslungsreichen Programms sein ganzes Können unter Beweis stellen.
|
|
Gerion Vieten
|