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Neuss-Grevenbroicher Zeitung vom 19.12.2001
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Weihnachtliche Klänge aus Deutschland und Übersee
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Nicht alles mit den Augen der Vernunft betrachtet
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Kaarst. Eine Weihnachtsfeier im Autohaus, wo sonst nur Verkaufsgespräche geführt werden, über die Finanzierung gesprochen und nebenan der Service für die Fahrzeuge geleistet wird? So weit ist das gar nicht auseinander, zumindest, wenn man die Tradition dieser Veranstaltung bedenkt und die grundsätzlichen Überlegungen des Initiators.
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"Ich blicke in viele gespannte Gesichter und bin sicher, dass sie nicht enttäuscht werden." Dieter Schmidt konnte an diesem späten Sonntagnachmittag ganz sicher sein, dass er es wieder einmal gut getroffen hatte. Und mehr als 300 Besucher waren derselben Meinung.
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In der Vorweihnachtszeit etwas Attraktives zu bieten und damit "Kundendienst" zusätzlich für Kaarster Bürger und Interessierte zu bieten, das ist die wohlüberlegte Absicht im Autohaus. Und weil Firmenchef Dieter Schmidt speziell ein Faible für weihnachtliche Klänge hat, ob nun anglo-amerikanisch oder traditionell europäisch, möchte er das auch an andere weitergeben. Für die festliche Musik gewonnen wurde das Streicherquartett der Düsseldorfer Symphoniker, der Junge KonzertChor Düsseldorf und als Solistin Susanne Duwe, Sopran. Und natürlich nicht zu vergessen der Buchautor (mit automobilem Hintergrund) Hannes Brachat.
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"Wir machen das hier nicht im geistlichen Rahmen", zeigte sich Guido Harzen selbst von der guten Atmosphäre im großen Verkaufsraum überrascht. "Aber ich finde es sehr interessant, dass man hier Leute erreicht, an die man in der Kirche vielleicht nicht mehr herankommt." Das ist ein ganz wichtiger Punkt bei diesem außergewöhnlichen Musizieren. "Wohl mir, dass ich Jesum habe" von Johann Sebastian Bach unmittelbar neben dem neuesten Modell einer bekannten Automarke und kurz darauf "White Christmas" und der "Halleluja"-Chor aus Georg Friedrich Händels "Messias". Und: der emotionale Schlusschor "Tollite hostias" aus Camille Saint-Saens "Weihnachtsoratorium", gefolgt von "Joy to the world".
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Die Mischung stimmte, und das ist beileibe nicht abgegriffen gemeint. Und dass eine ausgedehnte Pause mit Kaffee, Glühwein und Gebäck eingeschoben war, Gelegenheit genug also, zum Wiedersehen und Gesprächen, das machte den frühen Abend auch "rund". Einen ganz besonderen Charme entwickelten aber die eingestreuten Erklärungen und Lesungen von Hannes Brachat. Wer Brauchtum und Symbolik rund um Advent und Weihnachten einer kritischen Betrachtung unterziehe, so Brachat, der könne sehr schnell an die Grenzen der Überzeugungskraft stoßen.
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Aber daran mochte sich der Autor nicht lange aufhalten. Denn man dürfe nicht alles nur mit den Augen der "Vernunft" sehen: "Es ist besser ein Licht anzuzünden, als über die Dunkelheit zu klagen." Und ganz weihnachtlich: "Äußerer Friede wird nur geschlossen, wenn jeder den inneren Frieden lebt." Das könnte die wahre Botschaft sein: "Hört das Schweigen."
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Dieter Schmidt sagt es auf seine Art: "Es steckt eine tiefe Wahrheit dahinter. Und der darin steckende Kern ist so stark, dass er 2.000 Jahre überlebt hat." Neuerdings findet man ihn eben auch in manchen Autohäusern.
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Klaus Niehörster
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