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Neuss-Grevenbroicher Zeitung vom 13.12.2004
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Männerstimmen nicht die gleiche adäquate Klangfülle
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Messias mit präziser Sicherheit
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Die von Guido Harzen begründeten �Further Konzerte� bereicherte der Kantor an der Neusser Nordstadtpfarre St. Josef mit einer Aufführung des Oratoriums �Der Messias� von Georg Friedrich Händel in der originalen Darstellung. Auch wenn das meist gespielte Oratorium aller Zeiten überwiegend in einer von Wolfgang Amadeus Mozart geschaffenen Bearbeitung aufgeführt wird, so ist immer noch das Original von unübertroffenem Reiz.
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Die Junge Philharmonie Düsseldorf entfaltete in größerer Streicherbesetzung trotz der ganz unmittelbaren Akustik der Thomas-Morus-Kirche eine Klangpracht, die dem klassischen Mozartorchester nicht nachstand. Entsprechend feierlich eröffnete das �Grave� der Sinfonia das Oratorium, bevor das erste Rezitativ vom Nahen des Messias kündet. Der Tenor Daniele Gaspari, technisch hochgebildet, ging mit der Vorlage allerdings recht rabiat um. Auch in den folgenden Partien entwickelte er nur selten eine innige Beziehung zum Sachverhalt, in den wenigen hohen Lagen wurde es für den Opernbariton zudem eng.
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Zu verhalten agierte dagegen Wolfgang Niggel (Bass), dessen Arien �Warum rasen und toben die Heiden� und �Die Posaune erschallt� - mit makellosem Trompetensolo - man ein wenig von der Kraft Daniele Gasparis gegönnt hätte. Aus dem Solistenquartett mit der Altistin Maria Pia Moriyon ragte Susanne Duwe (Sopran) heraus, die als Verkündigungsengel besonders �Frohlocke, Tochter Zion� und �Er weidet seine Herde� zu den solistischen Höhepunkten der Aufführung gestaltete.
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Nun hat Händel, bewusst auf die typisch britische Chorbegeisterung eingehend, dem Chor den Hauptanteil am �Messias�-Geschehen übertragen. Der �Junge KonzertChor Düsseldorf� nahm diese Herausforderung mit begeisternder Hingabe an. Dieser Chor war das eigentliche Konzertereignis, er überragte im übrigen auch die Solisten in der Deklamation des (originalen) englischen Textes. Das förderte die meist verhaltene, aber sehr präzise Struktur, die Guido Harzen mit sehr klaren Anweisungen dem ganzen Werk gab.
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Erstmals majestätisch baut sich der Chor bei �Denn es ist uns ein Kind geboren� auf, bestechend exakt in allen Stimmen die Sechzehntelläufe. In überzeugendem Schmerz erzählt der Chor zu Beginn des zweiten Teiles vom Leiden Christi, die dazwischen stehende eindrucksvolle, aber mit wenig Inbrunst vorgetragene Altarie vergessen lassend. Und so steuert der Chor souverän dem Ende des zweiten Teiles, dem mit Pauken und Trompeten glanzvoll besetzten �Hallelujah� entgegen: Dieser berühmte Chor wurde dann tatsächlich der herrliche Höhepunkt des Oratoriums.
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Aber auch danach hatte der Chor sich nicht verausgabt. Die Soprane hielten ihre reine Höhe bis zur großen �Amen�-Schlussfuge, ein klarer und in der Farbe ungewöhnlich homogener Alt war immer hörbar, die Männerstimmen verfügten nicht über die gleiche adäquate Klangfülle, hatten aber durch ihre Geschmeidigkeit und präzise Sicherheit wesentlichen Anteil am begeisternden Gesamtauftritt des Chores.
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Nima
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