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Rheinische Post Krefeld vom 24.03.1999
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Faurés Requiem kühl und starr musiziert
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Zu einem Konzert mit Musik zur Passion hatte einmal mehr der Freundeskreis für Kirchenmusik an St. Stephan eingeladen. Zu Gast war "Der Junge Konzertchor Düsseldorf" unter der Leitung von Guido Harzen.
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Geschickter Klangregisseur
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Ganz dem Passionsgedanken verpflichtet zeigte sich das erste vorgetragene Chorwerk, das "Stabat mater" von Antonio Caldara (1679-1736). Harzen erwies sich hier als geschickter Klangregisseur, der es verstand, mit dem Chor gravitätische Atmosphäre in den Kirchenraum zu bringen. Von guter dynamischer Differenzierung zeugten die drei Bruckner-Motetten "Ave Maria", "Christus factus est" und "Locus iste". Die Übergänge flossen gekonnt ineinander, wie auch im weiteren Verlauf bei "A Hymn to the Virgin" von Benjamin Britten (1913-1976). In dieser ganz von "englischer Contenance" geprägten Motette vollzog sich nach innen interpretiert ein feinsinnig gestalteter Wechsel von Solistenquartett und großem Chor.
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In der zweiten Hälfte des Konzerts stand das "Requiem" op. 48 von Gabriel Fauré auf dem Programm, nicht unbedingt ein Beitrag, den man unweigerlich mit der Passionszeit in Verbindung bringt. Harzen präsentierte hier eine Fassung für Orgel und Chor. Vielleicht war es der Umstand, daß Harzen selbst neben der Leitung auch das Orgelspiel übernommen hatte, daß der Aufführung der letzte Schliff zu fehlen schien.
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Versöhnlicher Schluß
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Technisch sauber, doch für romantische Musik mitunter überraschend kühl und in der Agogik oft recht starr kam das Requiem stellenweise daher. Zudem schlichen sich in den offenen Passagen des Offertoriums Intonationsschwierigkeiten ein. Indisponiert schien auch, und das nicht nur hier, der Bariton Ulf Friedrichs zu sein, der doch ein um das andere Mal wegbrach. Versöhnlich wirkte dann doch noch der Schluß. Bei "In Paradisum" trat eine Gelöstheit zutage, die man sich im zweiten Teil des Abends insgesamt gewünscht hätte.
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MF
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