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Rheinische Post vom 19.06.2001
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In der Tonhalle musizierten 70 junge Musiker aus verschiedenen Ländern für ein Miteinander der Kulturen
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Von Jerusalem zur Freuden-Ode
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So etwas gelingt nur Kinder und Jugendlichen locker und völlig unverkrampft: Alle ethnischen, politischen und religiösen Abgrenzungen beiseite zu lassen und unbeschwert zu kommunizieren - auf der der Basis gemeinsamer Liebe zur Musik.
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So geschehen in der gut besuchten Tonhalle anlässlich des Eröffnungskonzertes der "Orchesterakademie NRW". Dieses Projekt wird unterstützt vom Förderkreis Landes-Jungedorchester NRW sowie von zahlreichen Sponsoren.
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Die musikerzieherische Vorbereitung liegt in den Händern namhafter Tutoren. Siel ist es, "eine Plattform für die Begegnung von Jugendlichen aus den drei Weltreligionen Judentum, Christentum und Islam anzubieten unter gleichzeitiger Einbindung dieser jungen Menschen in ein leistungs-orientiertes Engagement der Völkerverständigung über das Medium Musik". Der erste Teil der 2. Sinfonie "Jerusalem" von Oskar Gottlieb Blarr und die 9. Sinfonie d-moll op. 125 von Ludwig van Beethoven boten sich - Absichten und Zielen entsprechend - an.
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Ungewohnte Herausforderungen
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In Blarrs 1994 nach einem einjährigen Jerusalem-Aufenthalt entstandenen Opus begegnen sich diese drei Weltreligionen in vielfältigem, alle Orchestergruppen, vornehmlich aber Bläser und Schlagwerk fordernden Ausdrucksformen. Das mit 70 Musikern im Alter von etwa zwölf bis 30 Jahren aus aller Herren Länder besetzte Klangkörper stellte sich unter der behutsam koordinierenden Hand Ernst von Marschalls ohne Scheu und mit beachtlicher Kompetenz den ungewohnten Heruasforderungen. Überragend Barbara Bergner, deren leuchtender Mezzo, getragen von makelloser Stimmführung und unbeirrbarer Sicherheit, mit dem (hebräisch gesungenen!) 116. Psalm das eindrucksvolle Werk überstrahlte. Das Blumenbouquet des Komponisten hatte sie sich redlich verdient.
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Mit dem leise verklingenden "a" der Kontrabässe endet "Jerusalem" und Ernst von Marschall leitete "dominantisch", wie es im Programmheft hieß, ohne Pause zu Beethovens d-moll Sinfonie über. Auch hier wirkten die höchst aufmerksam agierenden Musiker nicht überfordert. Weder für die blühenden Streichergruppen noch für die markanten Bläser (Solopulte Oboe und Klarinette!) gab es nennenswerte Stolpersteine.
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Mit großem Ernst und bewunderswerter Ruhe gelangen die von zwei Themen ausgehenden Variationsketten im 3. Satz, und mit verhaltener Energie leitete das Orchester Schillers "Ode an die Freude" ein. Hier vereinigten sich der Chor der Stadtkirche Kaiserswerth (Susanne Hiekel), der Junge KonzertChor Düsseldorf (Guido Harzen) und die Chöre des Annette-von-Droste-Hülshoff-Gymnasiums (Ralph Erkelenz) mit dem homogenen Solistenensemble (Miriam Sharoni, Sopran, Barbara Bergner, Mezzo, Wolfram Wittekind, Tenor und Stephen Bronk, Bariton) zu einem eindrucksvollen Schlussjubel.
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Heide Oehmen
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