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Rheinische Post vom 26.03.2002
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Das Konzert des Jungen Konzert Chores Düsseldorf zeigte: Jugend allein bedeutet noch keine chorische Tugend.
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Bachs "Johannes-Passion" in der Andreaskirche
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Düsseldorf. Rund siebzig Sängerinnen und Sänger im Alter von zwanzig bis vierzig Jahren, dabei ein ausgewogenes Verhältnis von Männer- und Frauenstimmen - der Traum jedes Chorleiters. Das Konzert des Jungen Konzert Chores Düsseldorf in der Andreaskirche zeigte indes: Jugend allein bedeutet noch keine chorische Tugend.
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Was die Aufführung der "Johannes-Passion" unter Guido Harzens Leitung von konventioneller Kantoreiware unterschied, war in der Tat die frische Klangbrise. Die hellen, stets sauber intonierenden Soprane verloren bei aller Leichtigkeit aber oftmals Bodenhaftung und Leuchtkraft. Im Schlusschor "Ruht wohl, ihr heiligen Gebeine" wirkten sie gar dermaßen kraftlos, als fielen sie ins Grab.
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Sollte die überaus zarte Tongebung an Knabenchöre erinnern, so fehlte doch deren klanglicher Kern. Auch bei den Altistinnen hätte man sich ein wärmeres Timbre gewünscht, wie es die Männerstimmen, besonders die Bässe, bewiesen. Kurzum, der Junge KonzertChor sang wie ein guter Jugendchor.
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Lobenswert die deutliche Textdeklamation und der musikalische Gestaltungswille - allein, es gab nicht viel Differenzierungspotential. Guido Harzens Interpretation bot braven Bach as usual: Die Turbae-Chöre kamen behäbig daher, dynamische Stufungen und Spannungsbögen waren Fehlanzeige. Seit wann haben "Kreuzige" und "Wir haben ein Gesetz" den gleichen Affekt? Ganz anders dagegen die Choräle, welche in ihrer Schlichtheit manche schöne Piano-Passage offenbarten.
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Die Junge Philharmonie Düsseldorf gab dem Chor eine passable klangliche Stütze, allerdings mit uneingespielten Holzbläsern - kein Wunder: Die warteten vor der Kirche bis kurz vor Konzertbeginn auf Einlass. Das offensichtliche organisatorische Chaos schien sich auf die Aufführung übertragen zu haben: Die Koordination zwischen Continuo, Dirigent und Sängern geriet an den Nahtstellen oft aus den Fugen.
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Schade auch, dass die Continuo-Gruppe mit Kontrabass den alles überragenden Evangelisten (Andreas Fischer) breit drückte, vor allem weil der Cellist penetrant Vibrato einsetzte und den Begriff secco wohl nur als Weinbezeichnung kennt. Barbara Bergner (Alt) brachte mit Anke von Kettinger (Gambe) eine entschlackte Version von "Es ist vollbracht" zu Gehör. Susanne Duwe (Sopran), Thomas Busch (Jesus) und Ulf Friederichs (Pilatus) waren hingegen intonatorisch etwas schwach auf der Brust. - Trotzdem tosender Beifall.
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Christina Schaller
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