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Westdeutsche Zeitung Krefeld vom 23.03.1999
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Der "Junge KonzertChor" aus Düsseldorf führte eine geistliche Musik an St. Stephan Faurés Requiem vorbildlich auf
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Vokaler Glanz für eine Kostbarkeit
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Die Vielzahl guter Chöre versperrt oft den Blick auf die eigentliche Bedeutung mancher Konzerte. Dazu zählte etwa das Gastspiel des "Jungen KonzertChores Düsseldorf" bei den "Geistlichen Musiken in St. Stephan" mit einer überzeugenden Hinführung auf das zentrale Requiem von Gabriel Fauré.
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Dieses eigenwillige tröstliche Requiem in der reduzierten Fassung für Chor und Orgel unterstrich vollends den unspektakulären Charakter des Konzerts. Zuvor machte der 60köpfige Chor mit A-capella-Werken verschiedener Epochen nachdrücklich auf seine Leistungsfähigkeit aufmerksam. Seine Überzeugungskraft läßt sich in folgenden Punkten fassen: Bemerkenswert zunächst die beachtliche vokale Leistungsfähigkeit, die sicherlich in einer sehr günstigen Altersstruktur begründet ist. Vorteilhaft durch wechselnde Besetzungsstärken wirkt sich eine abwechslungsreiche Klanggestaltung aus.
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Schließlich beeindruckt eine souveräne Berücksichtigung der akustischen Gegebenheiten. Mit wechselnder Besetzungsstärken konfrontiert das barocke "Stabat mater" von Caldera und mehr noch "A Hymn to the Virgin" von Britten mit der Korrespondenz von lateinischem und englischem Text sowie der Gegenüberstellung von Chor und Solisten. Daß drei lateinische Motetten Bruckners derart faszinierten, lag an den hymnischen Aufschwüngen und an der formalen Beherrschung. Dirigent Guido Harzen verstand die Pausen als Gliederungspunkte, und ohne störend zu wirken, unterstrich der Kirchenhall die Werkarchitektur.
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Bei derartiger Feinarbeit war die Deklamationssicherheit bei einem Einzelstück von Schütz fast selbstverständlich. Nach dem A-capella-Teil wechselte der Chor auf die Orgelempore. Von dort büßte das Fauré-Requiem auch in reduzierter Besetzung nichts an Wirkung ein. Das lag an der klanglich fantasievoll gestalteten Orgelbegleitung Harzens und an der stimmlichen Sicherheit, die sogar die Ausführung der Solopartien durch Sabine Umla-Latz (Sopran) und Ulf Friederichs (Bariton) ermöglichte. Konzentrierte Strenge und verklärende Jenseitsbezogenheit rundete also ein Konzert ab, das sich fernab von Effekten als kleine Kostbarkeit erwies.
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Michael Tegethoff
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